Stadttor Sluis
Sluis: Stadttor aus der Zeit der "Staats Spanse Linies"

Die Bedeutung von Sluis südöstlich von Cadzand-Bad als militärisch wichtiger Ort an der Zwin geht bis weit in das frühe Mittelalter zurück: Immerhin war die Stadt um 1400 der größte Hafen von Nordeuropa und galt aufgrund seiner Lage am Zwin im Vorfeld von Brügge und Gent als strategisch wichtiger Vorposten dieser Handelsstädte. Sluis war eine Festung mit steinernen Stadtmauern, Toren und Türmen und einer großen Burg auf der einen Zwin-Seite und einem Turm auf der gegenüberliegenden Seite des Meeresarmes. Mit einer zwischen Burg und Turm gespannten Kette konnte der Zwin abgesperrt werden und damit der Schiffsverkehr zwischen dem offenen Meer und Brügge im Hinterland kontrolliert werden.

1587 wurde Sluis von den „Spanse“, den Spaniern umzingelt, belagert, angegriffen und am 5. August erobert, um einen Ausfallhafen für die spanische Armada nach England zu haben. 1604 eroberte der aufständische Prinz Moritz Sluis jedoch wieder zurück und baute sie als Festungsstadt aus: Ost-, West- und Südtor wurden verlagert und verstärkt; Erdwälle längs der Zwin und der Burg wurden angelegt. Auch 1700 erhielten die Festungsanlagen Verstärkungen, die Reste der Brücken und Tore „Westpoort“, „Waterpoort“, „Zuidpoort“ und „Oostport“ sind heute noch im Stadtbild und am Rande von Sluis als interessante Baudenkmäler der „Staats Spanse Linies“ erkennbar.

Kanal zwischen Sluis und Damme
Kanal „Damse Vaart“ von Sluis – Damme

Das „Oostport“ war das schönste Stadttor der „Staats Spanse Linies“ von Sluis und ist verbunden mit der tragischen Geschichte des Klöckners Jantje van Sluis: 1606 wollten die spanischen Truppen der südlichen Niederlande, die „Spanjaarden“, einen Angriff auf den Oostport nach einem Signal eines Verräters der „Staatsen“ aus der Stadt starten. Doch dieser, der „Staatse“ Jantje, hatte zu tief ins Glas geschaut und war so betrunken, dass er die den Angriff einleitenden Glocken nicht läuten konnte. Die niederländischen Sluiser gewannen dadurch Zeit sich zu mobilisieren und konnten den verspäteten Angriff der „Spaansen“ abwehren. Posthum wurde Jantje van Sluis ungewollt damit zum Helden.


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